Andachten zum Monatsspruch
gibt´s hier auf www.emkhamm.de


Gott gib mir Geduld - aber bitte sofort!
Wir wissen, daß Leiden Geduld bringt; Geduld aber bringt Bewährung; Bewährung aber bringt Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, denn durch den Heiligen Geist der uns geschenkt wurde, ist Gottes Liebe in uns. (Röm. 5, 4-5)
 
Warum ist Geduld so wichtig?
Geduld hat mit Dulden zu tun - und das kann ganz unterschiedlich aussehen!
Vieles muß ich im Leben ertragen: Dinge, die ich nicht ändern kann und meistens deshalb auch nicht mag! Geduld fällt schwer, wenn meine Wünsche und Träume nicht sofort befriedigt werden, Geduld fällt schwer, wenn ich Leid ertragen muß, Geduld fällt schwer, wenn ich andere ertragen muß (die mich nerven) und Geduld fällt schwer, wenn ich MICH ertragen, aushalten muß!
Geduld liegt nicht im Trend der Gesellschaft: Selbst schuld ist der, der dem Anschein nach einfach seine Leiden freiwillig erträgt. Aber genau darin liegt der Denkfehler: Ohne Geduld komme ich zu keinem Ergebnis! Jedenfalls nicht, wenn es um eine Sache geht, die ein bestimmtes Maß an Einsatz verlangt, an Beherrschung, an Disziplin. 
Ein Sportler kann sich nur deshalb verbessern - und eines Tages den Rekord brechen - wenn er stetig trainiert. Dazu braucht er viel Geduld: Der Erfolg stellt sich nun mal nicht von alleine ein. Dasselbe gilt für Berufsausbildung, Partnerschaft oder  Krankheit! Ohne Geduld würden wir oft unsere angefangenen Vorhaben abbrechen, würden so manches am liebsten über Bord werfen - doch dadurch kommen wir weder zum Ziel, noch finden wir in unsere Lebensfreude zurück, weil wir unzufrieden sind!
Darum: Jede Form von Leid (Streß, unerfüllte Wünsche), die ich nicht so ohne weiteres ändern kann (oder will/sollte), muß ich vielleicht nicht immer ohnmächtig ertragen - aber ich brauche Geduld, um diese Durststrecke ertragen zu können. Darum bringt Geduld Bewährung: Ich bewähre mich in den Anforderungen des Lebens - gebe eben NICHT auf! Und weil ich genau dieses erlebe, darf (kann und soll) ich hoffen! Hoffen darauf, daß ich es schaffe, daß ich durchhalte! Und diese Hoffnung wiederum gibt mir Kraft, weiter in der Geduld zu bleiben: Denn wenn ich erlebe, daß ich ertragen kann, fällt mir das Ertragen, das Dulden nicht mehr ganz so schwer - und ich laufe weniger Gefahr aufzugeben!
Ein JA zu finden für die Zeit, die zwischen der Vollendung meiner Wünsche und Pläne liegt, das ist Geduld! Und wenn ich sie nicht habe, wenn es mir schwer fällt, geduldig zu sein - dann schaue ich auf den, der unendlich viel Geduld mit mir und anderen hat, der letztlich alles in seinen Händen hält und die Kraft allen Lebens ist - und den ich deshalb genau um dieses bitten darf: Gott - gib mir Geduld!

Sebastian Begaße
 
Dezember 2004

Gott spricht: „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.
(Jes. 43,19)

Traditionell bringt der Dezember viel Neues: Das Kirchenjahr hat bereits begonnen und an Silvester feiern wir Neujahr. In dieser Jahreszeit ist es um uns herum stiller. Und wir spüren es vielleicht in unsrem körperlichen und seelischen Ergehen, dass wir ruhiger, nachdenklicher und besinnlicher werden – sofern es die hektische Vorweihnachtszeit zulässt. Die Natur hält in unseren Breiten „Winterschlaf. Körper und Geist fordern nun das Ruhen und Regenerieren von Kräften. Jetzt ist die Zeit, wo Äcker und Felder brach liegen, unbebaut, unbepflanzt – und sich von allen Herausforderungen erholen können und sollen. Aber die Ruhe und die damit verbundene Möglichkeit zum Reflektieren über Vergangenes bringt vielleicht auch Unverarbeitetes und Unbewältigtes wie einen alten Kaffeesatz erneut ans Licht. Manch eine/r wird sich besorgt fragen, was das Neue Jahr bringen wird – ob die jeweilige Situation so bleibt oder sich doch noch einmal ändert...Mitten in so eine „Brach-„ oder „Wüstenzeit hinein spricht der Prophet Jesaja zum Volk Israel seine tröstenden Worte. Warum war dies so nötig? Weil Israel sich nur noch in Klage verlor über seinen leidvollen Zustand. „Lasst los von dem, was euch so traurig macht und woran ihr euch rückblickend so klammert! Jesaja erinnert sein Volk daran, wie Gott immer wieder helfend eingegriffen hat. Es gilt, Israel aus einem Glauben aufzurütteln, der immer schon vorher über Gottes Wirken – und damit über Gottes Möglichkeiten – weiß und nichts mehr erhofft! Das Neue, das Gott ankündigt zu schaffen, ist aber gerade das, was schon  nicht mehr erwartet, erhofft und nicht mehr geglaubt wird! Israel hatte Gottes Heil und Hilfe nur noch klagend in der Vergangenheit gefunden. Aber nun ist die Zeit des Neuen, das jetzt schon aufkeimt, sprießt, lebt, wächst! Mitten in der Wüste formiert Gott sein Volk neu, will einen Weg und lebens-spendenden Wasserlauf schaffen! Auch uns will Gott ermutigen, getrost vorwärts zu schauen, weil Neues längst geschaffen ist: An Weih- nachten feiern wir die Geburt, die Menschwerdung Gottes. Wir feiern die erfüllte Verheißung, dass Gott kommt, um direkt unter uns Menschen zu leben und zu wohnen! Noch näher geht nicht! Und dieser Gott verheißt uns Weg zum Gehen und Wasser zum Leben. Auch im Neuen Jahr - was immer auch kommen mag! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen hoffnungs- vollen Start in ein Neues Jahr!
 
Sebastian Begaße


Februar-März 2005

Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. (LK 10,20)
Wir Menschen sind von Natur sehr empfänglich für Phänomene! Aufregende Erlebnisse sind meist mit starken sinnlichen Erfahrungen verbunden, vor allem mit sichtbaren Fakten. Davon sind auch wir Christen nicht ausgenommen, speziell, wenn es um die Wunder Gottes geht! In den vorhergehenden Versen kommen die Jünger zu Jesus und berichten freudig und voller Stolz, dass sie sogar Dämonen in seinem Namen austreiben können. Jesus antwortet darauf mit einer liebevollen Ermah-nung: Nicht, dass er die Freude seiner Jünger über die Hilfe Gottes, die durch sie an der Welt wirkt, schmälern möchte. Aber er erinnert sie daran, dass der Satan wegen seinem Hochmut aus dem Himmel verstoßen wurde. Gern stellen wir diejenigen, die sich als „vollmächtig erweisen auf einen Sockel! Und die große Gefahr ist, dass sich Menschen, die wirklich respektable christliche Werke und Taten vollbringen, sich selber ihrer Taten rühmen! Das ist die Gefahr eines jeden Erfolges, dass er einem zu Kopf steigen kann. Besonders denen, die ihn gewöhnt sind! Und dann vergessen wir das viel Wichtigere: Unver-gleichlich wertvoller als der Besitz aller Gnadengaben ist die Gnade Gottes selbst, welche allen gilt, die in seinem „Buch verzeichnet sind! Alles Heil und auch der tiefste Grund zur Freude ruht also nicht in unserem Wirken FÜR GOTT, sondern in GOTTES Wirken FÜR UNS! Alle bisherigen errungenen Siege über das Böse und die Versicherung Jesu, dass wir noch größere Taten als er selbst tun werden, sind wertlos, wenn sie nicht das persönliche Heil und Heil-Werden als Grundlage haben. Was wir also auch immer unter dem Austreiben von Dämonen verstehen können, wo auch immer wir mit Gottes Hilfe und Liebe einen Sieg über böse und destruktive Strukturen  und Mächte erlangen, wo auch immer die Barmherzigkeit Gottes durch uns an und in dieser Welt wirkt – wir leben in Abhängigkeit zu unserem Gott. Darum gebt Gott alle Ehre – für das, was er mit uns doch oft auch so irrenden, launischen und ungehor-samen Menschen Gutes an dieser Welt tut. Wir sind immer noch die zerbrechlichen Tonkrüge, die Gott mit seiner Barmherzigkeit und Liebe füllen muss. Und noch etwas: Jesus Christus hat bereits ein für alle Mal den Sieg über alles Böse errungen! WIR müssen die Welt nicht mehr retten, sie ist es bereits! Aber: WIR sollen es ihr sagen – UND danach leben. Das bewahrt uns vor jedem falschen Aktivismus. WIR SIND Gottes beauftragte und bevoll-mächtigte Vermittler! Gut zu wissen, dass auch unser Versagen uns immer wieder neu vergeben werden kann. 
 
Sebastian Begaße


April-Mai 2005

Die Gastfreundschaft vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. (Hebr. 13,2)
Liest man den Vers einmal in seinem Zusammenhang, so wird klar, dass hier der Autor des Hebräerbriefes die christlichen Gemeinden an die Auswirkungen ihres Glaubens im alltäglichen Leben (und damit an ihre Heiligung) erinnert. Er ermahnt sie zu dem, wohin der Glauben den nachfolgenden Menschen, auch in seinem sozialen Handeln, bringen soll. Aber neben dem Aspekt der sozialen Tat am Nächsten (dem man damit Gutes tut), taucht noch ein weiterer auf: Hinter einem „normalen Gast oder Besucher kann sich unentdeckt anscheinend noch mehr verbergen... Es geht hier nicht nur darum „etwas Gutes zu tun oder tun zu müssen, sondern die (nachträgliche) Erfahrung von  einem Besuch kann sich auf einmal als etwas sehr Kostbares und Wertvolles entpuppen! Engel sind die Boten Gottes - sie kommen zu den Menschen, um etwas sehr Wichtiges mitzuteilen! Und immer geht es dabei um eine Verheißung Gottes! Sei es die Geburt Jesu, die Maria und den Hirten verkündigt wird oder dass Lot Soddom verlassen oder Sara trotz ihrer Unfruchtbarkeit schwanger werden soll... Oft sprechen diese Textstellen nur von „Männern und benennen die Boten nicht sofort als Engel. Vielleicht ist Ihnen auch schon einmal ein Engel begegnet – und Sie haben es gar nicht gemerkt? Oder vielleicht erst danach?
Wo war unvorhergesehen ein Mensch, vielleicht sogar ein Fremder, in Not für Sie da? Wo hat Ihnen jemand Trost gegeben – durch sein Lächeln, eine hilfreiche Hand, eine zärtliche Berührung? Wo hatten Sie erst keine Zeit und Lust, sich mit jemandem zu unterhalten – und dann wurde es ein tiefgreifendes Gespräch, dass Sie gestärkt, verändert oder im Glauben weitergebracht hat? Wem sind Sie vielleicht schon unabsichtlich zum Engel geworden?
Wie oft hat einer diesen unsichtbaren Boten Gottes seine Hand schon schützend über Sie gehalten?
Als Schulkind ist mir etwas Seltsames passiert: Ich überquerte eine stark befahrene Straße bei Rot – und meinte, ich könnte noch vor dem nächsten heranrasenden Wagen die andere Straßenseite erreichen. Plötzlich riss mich etwas zurück, ich schloss die Augen und als ich sie wieder öffnete, lag ich auf dem Asphalt, die Beine schon unter Stoßstange des nun haltenden Wagens. Natürlich stand ich unter Schock – erst in der U-Bahn wurde mir klar, dass ich da niemanden auf dem Gehweg gesehen hatte, der mich hätte zurückreißen können. „Da hast Du wohl einen Schutzengel gehabt! meinte meine Mutter ernst. Bestimmt hat sie recht!
Sebastian Begaße
 

Pfingsten

Nur mal angenommen,
der Herr hätte beschlossen, seinen Kindern auf eine besondere Weise dauerhaft zu dienen.
Mal angenommen, er hätte sich vorgenommen, seinen Heiligen Geist zu ihnen zu senden und in ihre Herzen zu legen, um so alles, was an Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Sanftmut und Kraft in ihm ist, auch in ihr Leben hineinzulegen.
Angenommen, dieser Geist Gottes würde tatsächlich in jedem Kind Gottes wohnen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Einkommen oder moralischer Tadellosigkeit - einfach als ein Geschenk Gottes.
Und angenommen, der Geist Gottes würde dann beginnen können, seine Wirkung im Leben eines jeden einzelnen zu entfalten.
Und weiter angenommen, es gäbe ganze Gruppen von Leuten, denen es so ginge - lauter Leute, die als Kinder Gottes (gemeinsam) leben wollen und in denen Gott wie in Christus gegenwärtig ist, in der gleichen Qualität und Kraft, der gleichen Liebe und Geduld, der gleichen Demut und Güte.
Und angenommen, diese Leute würden sich zusammenfinden, gemeinsam Gott suchen und sich von ihm in den Dienst nehmen lassen als Menschen, in denen und durch die Gott tun darf, was er tun will.
Angenommen, in den Haus- und Seniorenkreisen, Jugend- und Frauengruppen dieser Christen wäre es so möglich, ganz unmittelbar zu erleben, wie Jesus unter ihnen wirkt, weil ja sein Geist in den Einzelnen mit all seiner Kraft zuhause ist.
Angenommen, die äIteren dieser Geistbegabten würden in ihren Zusammenkünften die großen Taten Gottes preisen und der Geist wäre wie ein unauslöschliches Feuer in ihnen.
Und angenommen, die jüngeren der Geistbegabten würden Gott ihr Leben hingeben, damit er es heiligt und füllt.
Angenommen, diese Gruppe von Leuten würde in der Kraft dieses in ihnen wohnenden Geistes ihren Vater im Himmel bitten, dass er den Himmel mehr und mehr über ihnen öffnet - und weiter angenommen, Gott wäre von seinem Wesen her treu und gerecht, dass er sein Wort hält und das Beten seiner Kinder hören würde, dann... ja, was wäre dann?
Nur mal angenommen,
Du würdest heute beginnen, das zu leben...
Alles wäre durchdrungen von der Gegenwart Gottes!
Es wäre wie ein Pfingstfest mitten in deinem Herzen!
Es wäre so... biblisch!

Sebastian Begaße

Juni 2005

Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen. (Apg 14,22)
Nein, motivierend und tröstend hört sich dieser Vers wirklich nicht an. (Luther übersetzte mit: „Trübsale!) Ist etwa gemeint, dass wir leiden müssten, um uns das „Reich zu verdienen? Leiden müssten dafür, um endlich sehen zu können, wie Gottes Plan - die Erlösung der Menschheit – und damit das Zerstören destruktiver Mächte zum Abschluss kommt? Nein, Paulus und Barnabas kommen bei den jungen Gemeinden vorbei, um deren Glauben und Seelen zu stärken. Warum? Sie wissen: Auch die entschiedenste Bekehrung ist nur ein Anfang! Oft unterliegen wir der Annahme, es ginge jetzt wie von alleine im Glauben weiter. Aber mit Beginn unserer Nachfolge werden auch Kämpfe kommen, die Anfech-tung, die Zweifel, die Fragen, und - die Rückfälle. Jedenfalls nach bib-lischen Berichten...! Hier sind nicht die Leiden gemeint, die unabhängig von jedem Glauben jede sterbliche Kreatur erleiden kann (und wird) - sondern die Bedrängnisse, die Trüb-sale, die wir Christen wegen unseres Glaubens erleben werden. Damals war die Umwelt dem Christentum gegenüber feindlich eingestellt. Ha-ben wir es heute besser? Vielleicht werden wir heute nicht verfolgt – aber wir spüren doch auch immer wieder den Widerstand gegen biblische und christliche Werte: Sei es in Debatten um Umweltschutz, die Menschenwürde, soziale Aufgaben oder einfach die mangelnde Ehrlichkeit und Vertrauenswürdig-keit, etc. Vielleicht haben wir aber auch unsere ganz eigenen Trübsale: Christ-Sein heißt auch, eigene Schuld zu erkennen und wo wir an Gottes Willen und seiner Liebe wieder mal vorbeigeschrammt sind. Vielleicht leiden wir unter dieser Erkenntnis und auch daran, dass andere dies für sich noch nicht erkannt haben. Christ-Sein heißt aber auch, dass wir daran nicht verzweifeln müssen! Weil Gott immer noch barmherziger ist als wir zu uns und anderen! Wir brauchen Menschen, die uns ermu-tigen, die uns im Glauben und unsere Seelen stärken. Gott stärke uns – damit wir so gestärkt andere stärken können. Dann werden wir vielleicht nicht allen „Trübsalen ausweichen können, aber sie werden leichter zu ertragen sein, weil wir wissen, dass sie zum Prozess, zu unserem Glauben, zu unserem Weg „Gott-immer-ähnlicher-zu-Werden dazu gehören und nicht ausgeklammert werden müssen. Und dass uns verheißen ist, dass auch diese uns – auch im Allerletzten – nicht von Gott trennen können. Und wir trotz und nach allem Bedrängendem im Leben in Gottes Reich „einlaufen werden.
 
Sebastian Begaße


Juli 2005

„Keinem von uns ist Gott fern.  (Apg.17, 27)
Paulus reist nach Athen, um den Griechen zu predigen. Es ergeben sich spannende Gespräche unter den Anwesenden auf dem „Aeropag, denn die damalige Gesellschaft ist durchaus religiös, philosophisch und theologisch interessiert. Paulus stellt fest, dass neben den vielen Göttern ein Altar dem „unbekannten Gott gewidmet ist. Hier setzt er als Christ, als Verkündiger, als Apostel an: „Was ihr unwissend verehrt, das verkündige ich euch! In alle Neugier, in alles spirituelle und religiöse Sehnen, in die Verehrung von streitbaren Gottheiten predigt Paulus den biblischen, den christlichen Gott. Doch dabei geht es ihm nicht darum, nur einen weiteren Gott anzubieten oder eine hoch intellektuelle Diskussion zu führen – es geht ihm um DEN EINEN, seinen Gott! Den allmächtigen Schöpfer des Himmels und Erden, der das Leben schuf und damit auch jeden Menschen. Und dass dieser Gott eine ganz enge Beziehung zu seiner Menschheit möchte, dass er in Jesus Christus Mensch und damit anfassbar, an-greifbar wurde - und er den Menschen, obwohl sie nicht nach seinem Willen leben und nicht nach ihm fragen, in allen Nöten und Belangen helfen will – weil er sie bedingungslos liebt! GOTT ist kein Gott, der kam, damit WIR IHM dienen, er kam und kommt, um UNS zu dienen! Das religiöse Interesse, die spirituelle Sehnsucht heute ist nicht kleiner geworden – sie hat sich nur aus den Kirchen in andere „Gebiete verlagert. Immer öfter, immer stärker werden in aktuellen Kinofilmen und Radio-Songs spirituelle Sehnsüchte angesprochen: Da werden biblische Texte (verändert) dargestellt, ein anonymer Gott in Gebeten angerufen und von der alles heilenden Liebe gesprochen.  Das zeigt, dass Menschen auf der Suche und offen für religiöse Themen sind. Aber wissen sie auch, wonach sie suchen? Wissen sie, WEN sie bitten oder anrufen können? Was nützt denn alle prickelnde und mystische „Religiosität, wenn dabei nicht eine Beziehung zu dem einen, zu dem lebendigen Gott herauskommt? Dann bleibt der Mensch in seiner Sehnsucht allein, ahnt vielleicht etwas von der „Göttlichkeit irgendwo in seinem Leben, ahnt die „Heiligkeit, ahnt, dass sein Leben noch nicht alles war... und kennt doch nicht die Antwort – kennt nicht sein Gegenüber, das IHN schon lange sucht und kennt! KEINEM von uns ist Gott fern! KEINEM von uns will Gott fern bleiben! Aber wer, wenn nicht wir, wird das den Menschen sagen?
 
Sebastian Begaße


August 2005

Er ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit. Sein Reich geht niemals unter; seine Herrschaft hat kein Ende. (Dan. 6,27)
Vielen ist sie bekannt: Die biblische Erzählung von Daniel in der Löwengrube. Doch wie kommt Daniel zu solch einem grausamen Schicksal? Trotz des königlichen Erlasses, dass von nun an nur noch der aktuelle Herrscher angebetet werden dürfe, bleibt Daniel weiterhin an seinem Gott dran. Öffentlich bekennt er sich zu dem Gott seiner Väter, von dem er alles erhofft: Er betet weiter an, lobt und preist und fleht! König Darius muss Daniel deswegen zum Tode verurteilen! Doch Gott rettet Daniel – und das bringt Darius zur Erkenntnis: Daniels Gott lebt! Dieser Gott ist größer und mächtiger als jeder andere Herrscher! Es ist der selbe König Darius, der jetzt dem Volk gebietet, von nun an nur noch Daniels Gott anzubeten! Daniels Vertrauen ist nicht enttäuscht worden. Kann uns das ermutigen? Kann auch  uns das - wie Daniel -  Hoffnung geben? Oft erscheint es uns eher so, als würden andere Mächte herrschen: Diktaturen, unterjochende Systeme und Organisationen, Terroranschläge verbreiten Angst und Schrecken und unsere eigene Lebenssituation könnte sich auch bedrohlich verändern... doch Gott ist größer als die Angst, größer als jedes Regime, größer als jeder Terror! 28 Jahre trennte eine Mauer unsere Nation, Menschen, Schicksale und Familien. Doch dann war Schluss! Was sich nicht bewährte - was nicht der Wahrheit entsprach - zerfiel! In aller Bedrohung hält Daniel an Gott fest, weil er weiß, dass nur von diesem Hilfe kommen wird. Dass, ganz egal was passiert, dieser Gott der Herr über alles Leben und sogar den Tod ist! Darum kann Daniel sich weiterhin bekennen, setzt sein Vertrauen, sein Leben allein auf Gott. Und Gott lässt Daniel nicht hängen! Auch König Darius, der sich selbst zum göttlichen Herrscher berief, musste dies erkennen! Die Welt hat schon viele Reiche erlebt – keines davon ist geblieben! Gott aber wird bleiben – und damit auch seine Herrschaft und sein Friedensreich in Ewigkeit! Es bricht jetzt schon an mit Jesus Christus, im Vorhandensein der Kirche, mit Gemeinde. Ein altes Sonntagsschullied fällt mir dazu ein: „Lass mich an dich glauben, wie Abraham/Daniel/ Stephanus es tat. Was kann dem geschehen, der solchen Glauben hat?  Gott will uns solchen Glauben schenken! Damit wir der Angst und Hoffnungslosigkeit widerstehen können! Damit wir trotz aller Bedrohung und Schwierigkeiten in ihm geborgen sind – und ihn auch weiterhin loben und bitten können!
 
Sebastian Begaße


September 2005

„Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat. (Jesus Christus in Lukas 12,15)
 Fast hätte ich sie vergessen: Die Lohnsteuer-Erklärung für das letzte Jahr. Weil sich einiges bei mir geändert hat, suche ich mir jetzt Hilfe bei einem Steuerberater. Doch dabei ist mir wichtig: Pfiffig sein, kein Geld verlieren – und dennoch dabei ehrlich bleiben. Ich weiß: jeden Euro kann man nur einmal ausgeben – und ich muss mir genau überlegen, wofür. Das gilt verstärkt dann, wenn man wenig Geld oder sogar Schulden hat. Es spricht nichts gegen einen durchdachten „Haushaltsplan! Sparen und vorsorgen – das sind die derzeitigen Trendthemen unserer Gesellschaft: „Geiz ist geil!, so lautet ein bekannter Werbespruch zum Thema „Sparsamkeit. Und ein Magazin im Fernsehen betitelte seinen kritischen Beitrag mit: „Die Deutschen auf Schnäppchenjagd! Jesus warnt  aber nicht vor sinnvoller Vorsorge, sondern vor der Habgier! Diese ist aber nicht nur die Gier nach Besitz: Sie ist auch gleichzeitig die Lebensangst, zu kurz zu kommen – und darum nicht abgeben, nicht teilen zu wollen - obwohl man das eigentlich könnte. In der Annahme, sich nur so das Überleben zu sichern.
Im Alten Testament wird Besitz oft auch mit Segen gleichgesetzt. Aber  nicht jeder Besitz ist gesegnet – schon gar nicht, wenn er gewaltsam oder unehrlich „erworben wurde. Können wir unser täglich Geld, unsere Wohnung und unser Leben an sich als etwas verstehen, woran auch Gott mit seinem Wirken und Versorgen Anteil hat? Wenn ich erkenne, dass letztendlich ALLES Leben – und auch ALLES, was es dafür braucht, ALLEIN aus Gottes Hand kommt, dann bin ich nicht Besitzer, sondern Verwalter der göttlichen Gaben - und damit des göttlichen Segens. Gott gibt uns nicht, damit wir in Angst alles an uns reißen. Denn auch das geschickteste Sparen und Vorsorgen -  selbst   trickreiches Betrügen -  ergibt nicht automatisch ein sorgloses Leben, wenn wir dabei die Quelle allen Lebens vergessen. Nicht auf Gott, sondern auf uns haben wir uns dann wieder verlassen; Angst und Misstrauen waren die bestimmenden  Faktoren. Adam und Eva  kennen das Problem, immer mehr haben zu wollen; weil sie meinen, Gott selbst enthalte ihnen Lebensglück und Lebensqualität vor. Darum: Sparen ist klug. Aber Geiz ist nicht geil – Geiz ist krank und macht krank. Geiz zerstört Beziehungen. Man muss nicht erst „reich sein, um das verstehen zu können. Ohne den Glauben, dass GOTT mich letztendlich und überhaupt auch weiterhin „wundersam mit allem Lebensnötigen versorgen wird, werde ich nicht frei von Angst und Habgier!
 
Sebastian Begaße
 

Oktober 2005

„Vertrau ihm, Volk Gottes, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht. (Psalm 62,9)
Das ist leicht gesagt – und doch oft schwer genug: Gott zu vertrauen! In den vorherigen Versen spricht David von Mord und von Bedrängnis. Doch er ermahnt seine Seele, still zu werden vor Gott, „denn Gott ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht fallen werde. David weiß, dass er zu Gottes auserwähltem Volk gehört. Gott hat sich diesem Volk als Herr und Hilfe versprochen. Das gilt auch uns heute! Das gilt uns Christen – uns als glaubenden, hoffenden, suchenden, zweifelnden und auch weiterhin sündigenden Menschen. Wir, als christliche Gemeinde, sind das erwählte „Volk Gottes, die Gemeinschaft, der Gott sich versprochen hat. Und damit genau Dir, der/die dies hier gerade liest! Gott will unsere Zuflucht sein! Wir gehören zu ihm, denn: „Nicht IHR habt MICH erwählt, sondern ICH EUCH! sagt Jesus zu seinen Jüngern (Joh. 15,16). Und Paulus schreibt: „Das Törichte und Unedle und Verachtete vor der Welt, das hat Gott erwählt.... (1. Kor. 27). Und das meint, dass GOTT NICHT von UNS gefunden werden muss, WIR müssen uns NICHT erst als würdig erweisen, dass GOTT FÜR UNS ist oder dass er sich uns erbarmt. Sondern GOTT erwählt einfach. Lassen wir uns das gefallen? Dass Gott mir einfach Erwählung anbietet, zu seinem „Volk dazuzugehören? Unabhängig, wie gut oder schlecht ich bin oder mich fühle? Unabhängig davon, ob ich gerade felsenfest im Glauben oder voller Zweifel bin? Unabhängig von aller Angst oder Schuld oder Selbstkritik? Andere Menschen haben vielleicht andere Herrscher (oder Mächte oder Systeme), die über sie bestimmen, denen sie dienen oder denen sie sich anvertrauen. Wir aber stehen als „Volk Gottes unter der Herrschaft des allmächtigen, schöpferischen Gottes. Und Gott will sich um sein Volk kümmern und hat es immer wieder getan – wie wir im Alten Testament in vielen Berichten nachlesen können. Darum: Nutzen wir die Möglichkeit, bei unserem Gott in allen Dingen jederzeit Zuflucht zu suchen und unser Herz auszuschütten. Und das kann auch voll mit Klage, Wut und Angst sein. Aber vielleicht auch mit Dankbarkeit, dass GOTT mich, dich, uns erwählt hat – und mit in seinem Volk dabei haben möchte. Gott sei Dank!
 
Sebastian Begaße
 

November 2005

„Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. (1. Thess. 5,23)
Ich besitze leider keine Schrankwand aus echtem Mahagoni-Holz. So etwas kann ich mir, jedenfalls zur Zeit, nicht leisten. Da tut es auch ein Möbelstück aus furniertem, also beschichtetem  Holz, das den gleichen Anblick bietet! Schön verarbeitet kann ich auch mit diesem einfacheren Material zufrieden sein. Anders ist es mit unserem Glauben: Hier wird es schwierig, wenn  „mehr Schein als Sein gilt. Die Kritik „außen hui, innen pfui trifft leider auch oft auf uns Christen zu – wenn wir wieder versucht haben, eine fromme oder moralische Fassade aufrecht zu erhalten und andere merken, das es trotzdem bei uns „bröckelt! Der Wunsch des Paulus für seine Gemeinde meint etwas anderes: Nämlich dass GOTT uns durch und durch heiligen möge – und das heißt: Ein Wachsen in der Erkenntnis der (erfreulichen wie auch bedauerlichen) Wahrheit über mich und die anderen, immer mehr Liebe für mich und die anderen, immer mehr auf Gott ausgerichtet sein wollen – und können. Und dadurch erleben: ein Bewahren vor seelischen und körperlichen Schäden bei mir und anderen! Denn wegen der mangelnden Heiligung in meinem Leben schade ich mir und anderen! Unser Kirchenvater John Wesley legte besonderen Wert auf diesen theologischen Schwerpunkt! Wohl gemerkt: Es geht NICHT um unsere frommen oder gutartigen Leistungen, die wir jetzt doch wieder erhöhen sollten! Es geht um Heiligung, also darum, Gott immer „ähnlicher zu werden. Doch das schaffen wir nicht allein, sondern nur, wenn Gott auch in den kleinen Dingen unseres Lebens vorkommt. Dann kann es zu Buße und Vergebung, zu einer Entschuldigung oder einem Bedauern oder zu einer liebevollen Tat kommen. Dann ist Heiligung konkret in unserem Leben geschehen. Ganz einfach, ganz menschlich, ganz alltäglich. Wer sich von Jesus Christus angesprochen fühlt, wer dieses Verständnis Gottes, dieses „Durchschauen bei sich selbst erlebt hat: „Ich bin trotzdem bedingungslos geliebt und angenommen! und wer dieses Lieben und Erbarmen und den damit verbundenen Trost schon einmal erfahren hat, der weiß, wie sich Heiligung anfühlt: man möchte davon nie wieder weg!  Paulus wünscht dies seiner Gemeinde in Thessaloniki – und ich wünsche uns das für unsere Gemeinde in Wilhelmshaven!
 
Sebastian Begaße
 
Dezember 2005

Gott spricht: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. (Jahreslosung 2006: Josua 1,5)
Traditionell bringt der Dezember viel Neues: Das Kirchenjahr hat bereits begonnen und an Silvester feiern wir Neujahr. In dieser Jahreszeit ist es um uns herum stiller. Und wir spüren es vielleicht in unsrem körperlichen und seelischen Ergehen, dass wir ruhiger, nachdenklicher und besinnlicher werden – sofern es die hektische Vorweihnachtszeit zulässt. Die Natur hält in unseren Breiten „Winterschlaf. Körper und Geist fordern nun das Ruhen und Regenerieren von Kräften. Jetzt ist die Zeit, wo Äcker und Felder brach liegen, unbebaut, unbepflanzt – und sich von allen Herausforderungen erholen können und sollen. Aber die Ruhe und die damit verbundene Möglichkeit zum Reflektieren über Vergangenes bringt vielleicht auch Unverarbeitetes und Unbewältigtes wie einen alten Kaffeesatz erneut ans Licht. Manch eine/r wird sich besorgt fragen, was das Neue Jahr bringen wird – ob die jeweilige Situation so bleibt oder sich doch noch einmal ändert... Nachdem Mose gestorben ist, stellt sich dem Volk Israel die Frage, wie es denn nun weitergeht. Wird Gott seine Verheißungen wahrmachen? Wird das „Gelobte Land überhaupt jemals erreicht werden? Wie lange wird es noch dauern, wie viele Gefahren sind bis dahin noch zu bestehen? Das Versprechen Gottes gegenüber Moses Nachfolger Josua und damit auch dem wandernden Wüstenvolk ist gleichzeitig die Jahreslosung: „Ich bleibe bei dir! Egal, was auch geschieht!  Diese Zusage Gottes soll auch uns im kommenden Jahr begleiten. Denn wir wissen nicht, was uns im kommenden Jahr begegnen wird... und das kann uns Angst machen. Aber dagegen steht Gottes Versprechen! Wagen wir es, darauf zu vertrauen? Auch in den Zeiten, wo Gott uns ganz weit entfernt vorkommen mag? Vertrauen wir darauf, dass Gott uns in den Situationen, wenn Führung und verantwortliche Kräfte wegbrechen, weiterhin Wegweisung, begründete Hoffnung und Begleitung auf unserem Lebens- und Glaubensweg geben wird? Uns Menschen als Hilfe an die Seite stellen wird?
An Weihnachten feiern wir die Geburt, die Menschwerdung Gottes. Wir feiern die erfüllte Verheißung, dass Gott kommt, um direkt unter uns Menschen zu leben und zu wohnen! Noch näher geht nicht! Und dieser Gott verheißt uns andauernden Beistand. Nehmen wir IHN beim Wort und halten danach Ausschau. Auch im Neuen Jahr - was immer auch kommen mag! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch ein frohes Weihnachtsfest und einen hoffnungsvollen Start in ein Neues Jahr!
 
Sebastian Begaße.