DIE DREI NASENPFEIFEN


Wie alles begann:
Es muss zwischen 1985 und 1989 gewesen sein - da schenkte uns Zeltlagerteilnehmern ein fröhlicher Mitarbeiter zum Abschied eine Nasenpfeife. Obwohl das Spielen dieses originellen Instrumentes ein gewisses Maß an Übung und Atemtechnik erfordert, gelang es mir doch bald mein musikalisches Engagement darauf auszubauen und zu kultivieren. Meine Umgebung allerdings teilte mir schnell mit, dass sie diese fremdartigen Klänge als nervend und abstossend empfand - so übte und spielte ich nur außer Hörweite.  Freunde, die gleichermaßen jenes faszinierende Instrument geschenkt erhielten, hatten es entweder über die Jahre in der Schublade vergessen, verloren oder aufgrund mangelnden Spielerfolgs lieblos entsorgt. Über die Jahre hinweg pflegte ich dagegen meine einzige Nasenpfeife und klebte immer wieder den abspringenden Nasenflügel und nach intensivem Spielen.
Nahstehende Freunde  können bezeugen, dass ich immer wieder über die Jahre hinweg versuchte, jenem Instrument die Stellung in der großen Welt der Musik zu verschaffen die ihm gebührte - doch auch diese Beharrlichkeit zeigte erst einmal keine Früchte...

Dann kam der Umschwung:  im Herbst 2002 entdeckte ich in Saarbrücken in einem Musikgeschäft einen ganzen Korb voll  Nasenpfeifen -  neu produziert und sehr preiswert zu haben. Ohne die Konsequenzen zu überblicken, kaufte ich mehrere Exemplare und verschenkte sie an zwei Freunde Überraschenderweise stellte ich fest, dass diese nun intensiv begannen die Spieltechnik  zu erlernen.
Im Frühjahr 2003 überschlugen sich dann die Ereignisse: Im Rahmen des Abschlussfestes für das letzteSemster am Theologischen Seminar waren meine Freunde und ich zuständig für die Programmplanung. Gemeinsam hatten wir die Idee, mit unserem musikalischem Talent zu diesem Fest beizutragen. Nun hieß es üben, üben, üben... Wir entwarfen eine Playback-CD mit verschiedenen bekannten Hits, zu denen unsere orchestrale Ergänzung gut passen würde. Gleichzeitig entwafen wir eine passende Choreographie, die zu unserem musikalischem Auftrit passen sollte. Wir hatten die Idee, uns auch gleich für die Nachwelt auf CD zu erhalten - was den beiden anderen zu Anfang als zu aufwendig erschien. Aber es sollte anders kommen.

Zwei Tage vor unserem ersten offiziellen Auftritt (wir nannten dies unsere "Live & loud - Tournee") nahmen wir unsere Generalprobe im seminareigenen Studio mit einem MD-Rekorder und einem handelsüblichen Headset auf. Die digitale Nachbearbeitung erfolgte dann am PC. Gemeinsam entwarfen wir unser CD-Cover mit Hilfe eines Flipcharts und eines OH-Projektors.
Bei unserem Live-Auftritt am 15.07.2003 beim Abschlußfest - wir hatten uns extra Perrücken und Brillen im 70´-Jahre-Look zugelegt - hatten wir viel Spaß und das Publikum dankte es uns mit über 15 Bestellungen unseres Albums, welches wir auch gerne austeilten.
(Die drei Nasenpfeifen sind: MC Maddin, MC Ma´an und DJ PFUSHA)
 
 
 
 
Download: Nosepipe-Intro (00:16min - 117KB - mp3)
Download: DJ PFUHA - Im Studio (00:11min - 70KB- mp3)
 
 

Wiederum drei Tage später bei der Verabschiedung der Examinanten traten wir noch einmal zur besonderen Freude und zum Abschied unseres geschätzten Kirchengeschichtlers Dr. Michel Weyer in unseren Verkleidungen auf... Er freute sich sehr (wie man sehen kann)!
DJ PFUSHA



Michel Weyer verabschiedet

Reutlingen - Nach 22 Jahren Lehrtätigkeit am Theologischen Seminar ist der Dozent für Kirchengeschichte, Methodismus und Ökumenik, Dr. Michel Weyer, während der Abschlussfeier des Studienjahres am 18. Juli in den Ruhestand verabschiedet worden. Vor zahlreichen Gästen wurde Weyer sehr herzlich gedankt durch den Verwaltungsrat des Theologischen Seminars, die Schweiz-Frankreich-Konferenz, die Kollegen, die Studenten und das Theologische Seminar - und der Dank galt immer auch seiner Frau Elsbeth. Michel Weyer hat das kirchengeschichtliche Denken etlicher Studentengenerationen geprägt und wird in Erinnerung bleiben als ein Lehrer von atemberaubendem Kenntnisreichtum und stupender Belesenheit, aber vor allem auch als Menschenfreund von humorvollem Charme und spontaner Freundlichkeit. Nicht zu vergessen ist seine vielfältige Mitarbeit in internationalen kirchlichen Gremien. Im letzten Mittwochsgottesdienst des zu Ende gegangenen Sommersemesters hatte Weyer in einer kurzen Ansprache mit sehr bedenkenswerten Überlegungen und durchaus pointenreich noch einmal seine Sicht der theologischen Situation dargestellt: Gott - so die Sicht des Kirchenhistorikers - vermag auch ohne allzu systematisierende Begradigungen und übertriebene praktologische Methodenzwänge so zu Wort zu kommen, dass Menschen ihn hören. Mit seiner letzten Predigt als Dozent am Theologischen Seminar lud Weyer in schlichter Verdichtung der Gedanken ein zum gemeinsamen Essen am Tisch des Herrn, zum schönsten Vorgeschmack auf Gottes großes Ziel mit den Menschen. Wir wünschen dem Lehrer, Kollegen und Freund und seiner Frau Gottes reichen Segen im Ruhestand in Straßburg.

Aus: UNTERWEGS (Wochenmagazin der Evangelisch-methodistischen Kirche)